Fragt man Hans-Willi Poensgen (73) nach seinen Hobbys, bekommt man als Antwort ein vielsagendes Lachen: Und er zeigt auf FotoFlexer Photoden Biertisch im Ratinger Brauhaus. Will heißen: Das hier, das ist mein Hobby. Das ist leicht untertrieben, denn es ist viel mehr: Es ist sein Leben. Der Beruf, der bei ihm noch Berufung ist, wurde ihm von den Eltern in die Wiege gelegt. Schon 1933 betrieben sie die Gaststätte an der Bahnstraße, damals noch unter dem Namen „Zum treuen Husaren“, später als „Schinderhannes“. Weitere Gaststätten und ein CateringService sind im Laufe der Zeit dazugekommen. Ein Unternehmen ist entstanden. Und Poensgen denkt ganz leise an den Abschied, aber den soll niemand mitbekommen: Nach und nach will er die Geschicke der Firma in die Hände seiner Zwillingssöhne legen.

Rückblick: Schon von Kindesbeinen an stand Poensgen im elterlichen Betrieb, half mit, wo es ging. Der Berufsweg war vorgezeichnet: Er lernte von 1947 bis 1950 in Düsseldorf Koch und arbeitete danach zwei Jahre im Restaurant am Krummenweg. Vater Theo war im Krieg gefallen, die Mutter wurde plötzlich krank: Er übernahm den „Treuen Husaren“. Der Enkel baute den Spiegelsaal, dann wurde aus dem „Husaren“ der „Schinderhannes“.

1964 übernahm er von der Muter den Betrieb. Dann expandierte das Unternehmen im Vierjahres-Rhythmus: 1968 kamen die „Suitbertusstuben“ dazu, 1972 die „Alte Rheinfähre“ in Kaiserswerth, 1976 die Stadthallengastronomie. Später dann der „Berliner Bär“ und der Seekiosk. Auch vom Schützenfest ist Poensgen nicht mehr wegzudenken: Das Dumeklemmerdorf sei seine Idee gewesen: Doch gute Einfälle haben immer viele Väter, grinst er verschmitzt.

 

 Der Stammsitz war vor zwei Jahren der geeignete Ort, die alte Brauhaus-Tradition wieder aufleben zu lassen: Seitdem wird dort das „Ratinger Alt“  gebraut. Klare Sache: Wer braut, darf sich auch Brauhaus nennen. Der Start war furios, die Gäste durften verkosten und aus verschiedenen  Geschmackrichtungen auswählen. „Am Anfang war es noch etwas zu malzig“, erinnert sich Poensgen. Doch dann „stand“ die Rezeptur: „Jetzt wird  nichts mehr geändert.“

 

 Das Ratinger Alt ist für die Dumeklemmer die Attraktion schlechthin: Man kann im Schankraum dem Brauer über die Schulter schauen. „Sehr  lohnintensiv“ sei die eigene Herstellung, so Poensgen. Doch auch unterm Strich lohne sich das Brauen, auch im Vergleich zu Industriebieren. Und das  empfiehlt der Chef zum Alt: „Pillekuchen oder Schweinshaxen.“ Auch wenn der Senior in seinen Lokalen immer noch sehr präsent ist: Sohn Dirk (42)  mischt ordentlich mit. Sein Bruder Thomas kümmert sich um das Catering-Geschäft.

 

Historie

 
 
 
 

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